Retro-Starportrait: Die 1.000 Gesichter des Alec Guinness | FILMREPORTER.de
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Alec Guinness als Pater Brown
"Besser man spielt vor leeren Stühlen..."

Die 1.000 Gesichter des Alec Guinness

Aufgrund seiner Wandlungsfähigkeit wurde Sir Alec Guinness der "Mann mit den tausend Gesichtern" genannt. In ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, erhielt er durch ein Stipendium die Chance, sich zu beweisen. Bald darauf bildete er mit Sir Laurence Olivier und Sir John Gielgud das Trio der großen Shakespeare-Darsteller. Für seine Interpretation Oberst Nicholsons in "Die Brücke am Kwai" wurde er 1957 mit dem Oscar ausgezeichnet. Späten Ruhm erlangte er bei einem viel jüngeren Publikum mit einer ganz anderen Rolle. Als Jedi-Ritter Obi-Wan Kenobi ist er jedem "Star Wars" Fans ein Begriff.
Von  Katharina Gärtner/Filmreporter.de, 13. Januar 2018

Die Brücke am Kwai

Die Brücke am Kwai

Komödien und Epen
Viele seiner wichtigsten Filmrollen verdankt Guinness David Lean, dem Regisseur großer Kino-Epen. Guinness spielte in sechs Filmen Leans mit, darunter die heutigen Filmklassiker "Die Brücke am Kwai", "Doktor Schiwago" und "Lawrence von Arabien". Seinen Durchbruch auf der Leinwand feierte Guinness allerdings mit einer klassischen Komödie. In "Adel verpflichtet" spielt er gleich acht Rollen, unter anderem auch eine Frau. Der Spielfilm handelt von einem Serienmord an einer adligen Familie. Ab diesem Zeitpunkt wechselt er munter zwischen Komödien- und Charakterrollen hin und her. Guinness etablierte sich als Schauspieler und erhielt neben zahlreichen anderen Würdigungen drei bedeutende Auszeichnungen der britischen Krone: 1955 wurde er zum Commander of the Order of the British Empire (CBE) ernannt, 1959 durch Königin Elisabeth II als Knight Bachelor zum Ritter geschlagen, und 1994 schließlich in den Orden der Companions of Honour (CH) aufgenommen.

Auch der Oscar blieb ihm nicht verwehrt. Er erhielt die Auszeichnung als Bester Schauspieler für "Die Brücke am Kwai", eine Rolle die er zuvor dreimal abgelehnt hatte sowie 1980 den Ehrenoscar für sein Lebenswerk. Obwohl sein Verhältnis zu Regisseur David Lean als schwierig und stellenweise sogar feindlich beschrieben wird, wurden seine Rollen in Leans Filmen dennoch von der Kritik gefeiert. Nicht nur seine Interpretation eines indischen Brahmanen in Leans letztem Film "Reise nach Indien" machte ihn zum Chamäleon der Schauspielkunst. Schwierigkeiten hatte Guinness immer wieder mit seinen Rollen, zuletzt mit einer seiner populärsten.

Alec Guinness als Kardinal

Alec Guinness als Kardinal

Als Weltraumritter zum Millionär
Einer seiner bekanntesten, später aber auch verhasstesten Rollen machte ihn schließlich zum Millionär. Zwar erhielt er für seine Darstellung des Obi-Wan Kenobi nur 150.000 Pfund Gage, aber er hatte sich prozentual an den Gewinnen beteiligen lassen, die weise Entscheidung eines erfahrenen Jedi-Ritters. In einem Interview mit "Talk" bricht er mit dem Mythos. "Ich hatte keine Lust mehr, diese fürchterlich banalen Texte zu sprechen", sagte er dem, mittlerweile eingestellten, US-amerikanischen Magazin. Und bekannte freimütig, dass es seine Idee gewesen ist, den Jedi-Ritter sterben zu lassen. In einer seiner Autobiografien "A Positively Final Appearance" (1997) gibt Guinness noch eine weitere Anekdote zu "Star Wars" zum Besten. Ein Fan bat den Schauspieler einst um ein Autogramm mit dem Hinweis, er habe "Star Wars" hundert Mal gesehen. Guinness erfüllt ihm den Wunsch, unter der Bedingung, dass dieser sich den Film nie wieder ansehe. In seinem eigenen Urteil war er äußerst kritisch, obwohl es Guinness an positiver Kritik niemals mangelte. Nach seinem Tod im August 2000 nannte "Star Wars"-Regisseur George Lucas ihn einen der talentiertesten und vielseitigsten Schauspieler seiner Generation.
Katharina Gärtner/Filmreporter.de - 13. Januar 2018

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