Interview: Urszula Antoniak zu Nothing Personal | FILMREPORTER.de
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Interview

Urszula Antoniak
"Ironie ist das Gewürz des Lebens"

Urszula Antoniak auf Wahrheitssuche

Die aus Polen stammende Urszula Antoniak hat sich ganz bewusst für die Einsamkeit entschieden. Nach dem Tod ihres Mannes zog sie sich drei Jahre aus der Öffentlichkeit zurück. Sie suchte Kraft und Halt in ihrer Kreativität. Herausgekommen ist "Nothing Personal", der am 8. April 2010 in den deutschen Kinos startet. Mit uns sprach die sympathische Autorin und Filmemacherin über die Herausforderungen des Alleinseins, über die Macht des Spiegels und über Rebellen.
Von  Carlos Corbelle/Filmreporter.de,  7. April 2010

Nothing Personal

Nothing Personal

Ricore: In "Nothing Personal" verlässt Protagonistin Anne ihre Heimat. Können Sie sich damit identifizieren?

Urszula Antoniak: Ich spiele mit der Idee, meine Wohnung in Amsterdam aufzugeben und nach Berlin zu ziehen. Eine tolle Stadt. Sie erinnert mich ein bisschen an Polen der 1970er Jahre. Dort herrschen, soweit ich das sehen konnte, nicht so große Unterschiede zwischen Arm und Reich. In Amsterdam wird es dagegen immer schwieriger, teurer und geldorientierter. In den 1990ern war das anders. Damals herrschte eine Art Hippie-Atmosphäre.

Ricore: Sie wollen also in gewisser Weise flüchten, wie Ihre Protagonistin Anne?

Antoniak: Ja (lacht). Aber ich will nicht alles hinter mir lassen. Es gibt noch zu viele gute Filme und Bücher. So radikal bin ich nicht. Aber wenn man einmal emigriert, ist die Vorstellung, wieder unterwegs zu sein schön. Ich hab damit weniger Probleme als beispielsweise Leute, die in Holland aufgewachsen und nie emigriert sind. Ich kann meine Sachen in 15 Minuten zusammenpacken und los geht's.

Ricore: Wie war es, als Sie von Polen in die Niederlande ausgewandert sind?

Antoniak: Ich bin von dort ausgewandert, als es noch ein kommunistisches Land war, im Jahre 1988/89. Es war nicht einfach, einen Pass zu kriegen. Ich hatte genug von Polen und wollte irgendwo anders hin. Für mich war es wie in einem Gefängnis. Es war ein sehr deprimierendes Land. Als ich nach Holland kam, fand ich ein kapitalistisches System. Auch die Kultur hatte einen anderen Stellenwert. Es dauerte eine Weile, bis ich mich zugehörig fühlte. In gewisser Weise gehöre ich noch immer nicht ganz dazu. Doch inzwischen habe ich kein Problem mehr damit.

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