Interview: Matt Dillon | FILMREPORTER.de
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Interview

Matt Dillon in "Ich, Du und der Andere" (You, Me and Dupree, 2006)
Was ist die Glotze gegen die Magie des Kinos?

Fünf Fragen an Matt Dillon

In Lars von Triers neuer Regiearbeit "The House That Jack Built" spielt Matt Dillon einen psychopatischen Serienkiller. Während die Welt gespannt auf die erste Zusammenarbeit zwischen dem Kultregisseur und dem Kultschauspieler wartet, blickte das Antalya International Film Festival in die Vergangenheit. Hier erhielt der Darsteller von Filmen wie "Rumble Fish", "Die Outsider - Rebellen ohne Grund" und "L.A. Crash" einen Preis für sein Lebenswerk. Im Interview mit Filmreporter.de spricht der 53-Jährige über von Trier, Harvey Weinstein, das Fernsehen und das Kino.
Von  Alessandra Mattanza, Filmreporter.de, 26. November 2017

Matt Dillon in "Armored" (2009)

Matt Dillon in "Armored" (2009)

Sich treu bleiben
Ricore Text: Wie sehen Sie ihren Status als Star und öffentliche Person?

Matt Dillon: Ich sehe mich nicht als öffentliche Person. Ich bin Schauspieler, Filmemacher und Geschichtenerzähler. Ruhm ist ein Teil davon, aber ich betrachte mich nicht als berühmte Person. Es ist wichtig für mich, dass ich mir treu bleibe und mich nicht an die öffentliche Wahrnehmung meiner Person anpasse.

Ricore Text: Ihren aktuellen Film haben Sie unter der Regie von Lars von Trier gedreht. In "The House That Jack Built" spielen Sie einen Serienkiller.

Dillon: Es ist ein Charakter, den ich nicht gern gespielt hätte, wenn der Film von einem anderen Regisseur wäre. Es ist ein sehr düsterer Film. Ich machte mit wegen der Möglichkeit, mit von Trier zu arbeiten. Ich war neugierig, was wir beim gemeinsamen Arbeitsprozess entdecken werden. Ich wusste, dass er einen interessanten Film machen würde. Er hat eine klare kreative Vision.

Ricore Text: Wie sehen Sie den Status Quo der Filmindustrie?

Dillon: Das Fernsehen bietet derzeit viele Möglichkeiten fürs Geschichtenerzählen. Es ist ein großartiges Medium, weil man damit eine Geschichte über einen längeren Zeitraum erzählen kann. Dennoch besitzt das Fernsehen nicht die Magie des Kinos. Es kommt nicht gegen die kollektive Erfahrung im Kino an, wo der Zuschauer in einem dunklen Raum und umgeben von anderen Menschen einen Film schaut. Es hat etwas Schönes an sich.

Ricore Text: Wie stehen Sie zum Skandal um Harvey Weinstein?

Dillon: Ich finde es offen gesagt widerlich. Ich bin normalerweise kein anklagender Mensch. Aber sein Verhalten war so widerwärtig, weil er seine Macht gegenüber schwächeren Menschen missbrauchte. Ich war schockiert von all dem. Über sein schäbiges Verhalten wurde in der Filmindustrie offen diskutiert, aber es gibt einen Unterschied zwischen unethischem und kriminellem Verhalten. Ich glaube, niemand kannte das wahre Ausmaß seiner Handlungsweise.

Ricore Text: Welchen Rat haben Sie für junge Nachwuchsschauspieler?

Dillon: Macht es aus dem richtigen Grund. Macht es nicht, um berühmt oder reicht zu werden. Liebt, was ihr tut!

Ricore Text: Vielen Dank für das Gespräch
Alessandra Mattanza, Filmreporter.de - 26. November 2017

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