Majestic Filmverleih
Der Knochenmann

Der Knochenmann

Originaltitel
Der Knochenmann
Regie
Wolfgang Murnberger
Darsteller
Gerti Drassl, Edita Malovcic, Ivan Shvedoff, Stipe Erceg, Helmut Vinaccia, Pia Hierzegger
Kinostart:
Deutschland, am 19.02.2009 bei Majestic Filmverleih
Kinostart:
Österreich, am 06.03.2009 bei Luna Film
Kinostart:
Schweiz, am 19.03.2009 bei Frenetic Films
Genre
Krimi
Land
Österreich
Jahr
2008
FSK
ab 16 Jahren
Länge
120 min.
IMDB
IMDB
Homepage
http://www.knochenmann-derfilm.de
|0  katastrophal
brilliant  10|
8,0 (Filmreporter)
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Spannende, schwarze Krimisatire-Fortsetzung
Die Schwarzarbeit als Eintreiber von Leasingraten für seinen alten Freund Berti (Simon Schwarz) führt den abgehalfterten Ex-Polizisten Brenner (Josef Hader) diesmal in die österreichische Provinz. Ein Künstler namens Horvath ist verschwunden. Er hat seither auch die Leasingraten für seinen Wagen nicht mehr bezahlt. Die Suche führt Brenner zum "Löschenkohl", einem gutbürgerlichen Landgasthof, der sich auf Brathähnchen spezialisiert hat. Tausende Hühner lassen hier Woche für Woche ihr Leben, um knusprig paniert, bis auf die Knochen abgenagt zu werden. Das hauseigene Knochenmahlwerk zerreibt anschließend die Hühnerreste zu Futter für die nächste Hühnergeneration. Brenner findet das Auto des Schuldners vor dem Lokal. Doch gleich darauf ist das Auto ebenso spurlos verschwunden, wie zuvor schon sein Besitzer, von dessen Verbleib auf dem Hof angeblich keiner etwas weiß. Wirtssohn Pauli (Christoph Luser) hält Brenner für einen Detektiv und beauftragt ihn, endlich herausfinden, was mit den hohen Geldbeträgen geschieht, das der alte Wirt (Josef Bierbichler) wöchentlich dem Betrieb entnimmt. Die Nähe zu Bratislawa und der damit verbundene geschlechtliche "Grenzverkehr" spielen dabei offenbar eine große Rolle. Brenner nimmt den Auftrag eher unwillig an, verliebt sich dann aber in Paulis Frau, die fesche Küchenchefin Birgit (Birgit Minichmayr). Weil er nur noch Augen für seine Flamme hat, entgeht ihm, dass im Knochenmahlwerk nicht nur die Hühnerknochen landen.
Brenner ist zurück! Im Gegensatz zu vielen anderen Fortsetzungen übertrifft "Der Knochenmann" seine Vorgänger an Spannung und unterhaltsam-lakonischen Dialogen noch. Nach "Komm, süßer Tod" und "Silentium" wurde die bereits dritte Verfilmung eines Wolfgang Haas-Krimis als zweiter der sechs Romane mit Hauptfigur Simon Brenner geschrieben. Wie bei den Vorgängern sprüht die kreative Energie dank der Zusammenarbeit von Autor Haas mit Hauptdarsteller Josef Hader und Regisseur Wolfgang Murnberger. Das Trio hat erneut das Drehbuch gemeinsam verfasst. Der lakonische Witz und die satirisch verpackte Gesellschaftskritik lässt den Zuschauer zwischen brüllendem Schenkelklopfer und nacktem Grauen oszillieren. Zudem ist die rabenschwarze Komödie spannend und gut erzählt und wartet mit unerwarteten Wendungen auf. Die Darsteller überzeugen ebenfalls, so auch der mehrfach ausgezeichnete Charakterdarsteller Josef Bierbichler, der den Wirt unglaublich differenziert zwischen Bauernschläue, selbstverständlicher Grausamkeit und tiefer Menschlichkeit verkörpert. Auch der Wirtssohn, der ohnmächtige Verlierer Pauli, dessen Darsteller passenderweise Luser heißt, wurde von diesem mit Bravour zwischen Komplexen, Impotenz und Größenwahn angelegt. Die Rolle des abgehalfterten und kiffenden Ex-Polizisten Brenner ist mittlerweile schon zum Alter Ego von Kabarettist Josef Hader geworden, der diesen wieder enorm liebenswert-abstoßend darstellt. "Der Knochenmann" thematisiert und karikiert gesellschaftliche Missstände wie Fleischskandal, provinzielle Finanz-Mauscheleien und Fremdenhass locker und drastisch zugleich, so dass einem das Lachen wie ein verschluckter Hühnerknochen im Hals steckenbleibt.
Ulrich Blanché/Filmreporter.de
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2022