Film Revue
Sieht so ein Held aus?
Max Nosseck dreht Kriegssatire mit Joe Herbst
Retro News: Verlierer stapelt sich zum Kriegshelden hoch
Ein Mann, der nicht im Zweiten Weltkrieg war, gilt als Taugenichts. Zum Helden wird nur jener, der für sein Vaterland gekämpft hat. Aber nicht jeder hat das Zeug zum Helden. Manche sind zu trottelig für den Beruf des Soldaten. Wie Jo Herbst in "Der Hauptmann und sein Held".
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Wie wird man ein Held?
Trotzdem wäre Paul Kellermann (Jo Herbst) gerne ein Held. Ein richtiger Mann versteckt sich doch nicht zu Hause, wenn draußen der Krieg tobt. Als sich das Ende des Zweiten Weltkriegs bereits abzeichnet, meldet er sich freiwillig beim Militär. Dort fällt er jedoch durch schlechte Leistungen auf und wird vom Hauptmann Eisenhecker mit Nichtbeachtung gestraft. Doch so schnell lässt sich der neue Soldat nicht unterkriegen. Er fälscht eine Urkunde, die ihn als Träger des Eisernen Kreuzes auszeichnet. Prompt wird er von Mitsoldaten respektiert und vom Hauptmann befördert. Die Erwartungen, die an den höheren Posten geknüpft sind, kann er jedoch nicht erfüllen. Nach Angaben der Zeitschrift Film Revue aus dem Jahr 1955 soll der Film jedoch eher nachdenklich als satirisch sein.
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Lieber Kult als Kommerz
"Der Hauptmann und sein Held" von 1955 war der erste Film, den der jüdische Regisseur Max Nosseck nach seiner Emigration 1933 in Deutschland drehte. Trotz guter Kritiken fand der Film wenig Beachtung. Vielleicht war man hierzulande noch nicht bereit für eine Satire über den Zweiten Weltkrieg. Seinen größten Erfolg als Regisseur feierte Nosseck mit "Black Beauty" im Jahr 1946. Der Film war jedoch wenig repräsentativ für sein Schaffen. Als Regisseur wie auch als Schauspieler drehte Nosseck vor allem B-Movies. Ob das Publikum seine Filme annahm, interessierte ihn weniger. Beispielhaft für diese Haltung war sein letztes Werk als Schauspieler, "Robinson und seine wilden Sklavinnen". Dessen Regisseur Jesús Franco erlangte immerhin Kultstatus.
Von  Gudrun Schmiesing/Filmreporter.de,  24. Oktober 2013
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