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Wong Kar-Wai (Person_JFM4207) Cannes 2006
Jean-François Martin/Ricore Text

Wong Kar-Wai

Geboren
17. Juli 1958
Alias
Kar Wai Wong; Wong Kar Wai; Wong Kar-wai
Tätig als
Regisseur, Drehbuch, Produzent
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Wong Kar-Wai: Filmografie

2013 
Action, Biographie - Hongkong/China/Frankreich

2007 
Drama, Episodenfilm - Frankreich

2007 
Romanze - Hongkong/China/Frankreich

2004 
Drama, Romanze, Science Fiction - China/Frankreich/Deutschland/Hongkong

2001 
Kurzfilm - USA

2000 
Drama - Hongkong

1997 
Drama - Hongkong

1995 
Thriller - Hongkong

1994 
Drama - Hongkong

1994 
Martial Arts - Hongkong

1991 
Drama - Hongkong

1988 
Drama - Hongkong

Wong Kar-Wai: Vita

Wong Kar-Wai wird 1958 in Shanghai geboren. Nach dem Grafik-Studium arbeitet er zwei Jahre als Produktionsassistent beim Fernsehsender Hongkong Television Broadcast Ltd. Den Weg zu einem der bedeutendsten Filmemacher Chinas beginnt Wong als Drehbuchautor. Nach mehreren Vorlagen für andere Regisseure dreht er "As Tears Go By" (1988) in Eigenregie. Der Gangsterfilm ist nicht nur thematisch an Martin Scorseses Klassiker "Hexenkessel" angelegt, sondern läutet auch auf formaler Ebene Wong Kar-Wais eklektisch-postmodernen, mit zahlreichen Zitaten angereicherten Stil ein.


Von einem ausgesprochen visuellen Reichtum und inszenatorischer Raffinesse sind auch die folgenden Filme geprägt, mit denen er sich zum Kultregisseur der 1990er entwickelt und die Ästhetik der Dekade maßgeblich prägt. "Days of Being Wild" (1991) mit Maggie Cheung, Tony Leung und Andy Lau in den Hauptrollen erzählt von einem gebrochenen jungen Mann, der an der Abwesenheit seiner Mutter leidet. Seine Sinnkrise hat nicht nur einen hedonistischen Lebensstil zur Folge, sondern auch eine problematische Beziehung zu Frauen.

Von "Chungking Express" (1994) ist Kollege Quentin Tarantino so begeistert, dass er sich persönlich für die Vermarktung des Films in den USA stark macht. Wie kein anderer Film Wong Kar-Wais gibt das Melodram mit seiner lebendigen Inszenierung, die sich durch einen exzessiven Gebrauch von Jump-Cuts und Zeitlupe, eine bewegliche Handkamera, den mitreißenden Soundtrack sowie einen stimmungsvollen Voice-Over äußert, die Ästhetik und das Lebensgefühl der 1990er Jahre wieder.

Eine Art Fortsetzung von "Chunking Express" markiert "Fallen Angels" (1995). Der in Episoden strukturierte Film handelt von einsamen Existenzen in einer Großstadt. In der ersten Geschichte erzählt Wong von der Beziehung zwischen einem Auftragskillers und seiner Kollegin, während die zweite Episode von einem 'Narren in Christo' handelt, der seinen Mitmenschen durch aufgezwungene Dienstleistungen das Geld aus der Tasche zieht. Formal etwas zurückgenommener als sein Frühwerk ist "In the Mood for Love". In den 1960er Jahre angesiedelt, erzählt das Melodram von der zarten Liebe zwischen einem Journalisten (Tony Leung) und einer Sekretärin (Maggie Cheung). Während Wong einmal mehr mit einer formvollendeten Inszenierung brilliert, kreiert sein Lieblingskameramann Christopher Doyle erlesene Bilder, die die Atmosphäre der Zeit kongenial einfangen.

"2046" handelt von einem Schriftsteller, der einen Science-Fiction-Roman schreibt und dabei immer tiefer in seine Erinnerungen eintaucht. Wong bewegt sich virtuos zwischen den Genres, changiert zwischen den Realitätsebenen, vermischt Vergangenheit und Zukunft und schafft aus Bildfragmenten, Dialog- und Voice-Over-Passagen und einer wehmütigen Musik einmal mehr einen für ihn charakteristischen melancholischen Stimmungsteppich.

"2046" bildet den Höhepunkt und zugleich einen Einschnitt im Werk Wong Kar-Wais. Danach wendet sich der Regisseur anderen Themen und Motiven zu. Nach dem künstlerischen und finanziellen Flopp von "My Blueberry Nights" (2007) schlägt Wong mit dem Martial-Arts-Film "The Grandmaster" ein neues Kapitel seiner Karriere auf. Linearer in der Erzählstruktur als seine früheren Filme, handelt das Epos vom Leben des legendären Kung-Fu-Meisters Ip Man, der in die Mühlen der japanischen Besatzung und des Bürgerkrieges in China gerät. Mit dem 2013 auf der Berlinale aufgeführten Werk ist Wong erneut ein berauschend-visueller Film gelungen, der in epischen Bildern Kampkunst und -Künstler huldigt und auf raffinierte Weise individuelles Schicksal mit den großen Ereignissen der Geschichte verknüpft. Einer kritischen Auseinandersetzung mit den Drahtziehern der Geschichte bleibt er allerdings schuldig. Bis zuletzt interessieren den Meister des Melodrams Leid und Glück des Individuums im Kontext von Gesellschaft, Politik und Historie.

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