Fünf mal zwei - 2004 | FILMREPORTER.de
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Fünf mal zwei

Originaltitel5x2
GenreDrama
Land & Jahr Frankreich 2004
Kinostart    21.10.2004 (Prokino Filmverleih)
FSK & Länge ab 16 Jahren • 90 min.
RegieFrançois Ozon
DarstellerValeria Bruni Tedeschi, Stéphane Freiss, Géraldine Pailhas, Françoise Fabian, Michael Lonsdale, Antoine Chappey
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Die Ehe von Gilles (Stéphane Freiss) und Marion (Valeria Bruni Tedeschi) ist gescheitert: Der Scheidungsrichter liest ihnen ein paar Paragraphen über die Trennung der Güter, den Verbleib des Sohnes bei der Mutter, das Besuchsrecht des Vaters und andere rechtliche Details vor. Die beiden Eheleute willigen ein, werden dadurch zu geschiedenen Leuten - und landen wenig später gemeinsam im Bett eines schmucklosen Hotelzimmers. Der Wunsch, sich noch mal zu lieben ist spürbar, doch dann artet das letzte Treffen in eine Vergewaltigung aus. Was diesem Tiefpunkt einer Beziehung vorausgegangen war, wird in vier weiteren, früheren Episoden erzählt. Ein gemeinsames Dinner mit Gilles schwulem Bruder und seinem Liebhaber, während dessen Gilles von seinem ersten und einzigen Seitensprung erzählt. Die verfrühte Geburt von Gilles und Marions Sohn Nicolas, bei der Gilles nicht einmal anwesend ist, weil er von dem Ereignis völlig überfordert ist. Die fröhlichen Hochzeitsfeierlichkeiten, die einer völlig absurden Hochzeitsnacht münden. Und zum Abschluss das erste Kennenlernen beim Strandurlaub in Italien.
Aus einer eigentlich nicht sonderlich ungewöhnlichen Beziehung macht François Ozon mit ein paar kleinen Kunstgriffen ein fesselndes und präzises Porträt einer Ehe. In der ersten (und eigentlich letzten) Episode kann man dem Verhalten von Gilles und Marion nach ihrer Scheidung nur verwundert folgen - doch sobald Ozon in der Zeit zurückgeht, hat man den Hauptfiguren das Wissen um ihre Zukunft voraus. So erscheint fortan alles in einem völlig anderen Licht, und selbst frühere, vermeintlich heitere Momente bekommen einen melancholischen Unterton. Ozon spielt mit der Fantasie der Zuschauer, weil sich die Grundfrage des Films vor allem auf die Lücken zwischen den einzelnen Episoden bezieht: Woran ist die Ehe dieser beiden Menschen gescheitert? Immer wieder streut Ozon kleine Indizien ein: Gilles Arbeitslosigkeit, die nur am Rande thematisiert wird, Marions merkwürdiges Verhalten während der Hochzeitsnacht, von dem Gilles möglicherweise gar nichts weiß. Richtig herum erzählt wäre "5x2" zwar sicherlich Ozons konventionellstes Werk seit langem. Aber durch die Umkehr der Chronologie gehen seine Szenen einer Ehe unter die Haut. Nicht zuletzt, weil Hauptdarstellerin Valeria Bruni Tedeschi einen mit ihrer ebenso verletzlichen wie entschlossenen Aura in ihren Bann zieht.

Italienischer Charme..
Schon in Ozons Meisterwerk "8 Frauen" umrahmten erfrischende Chansons die Handlungsstränge. In seinem neuesten Werk greift der Regisseur auf die französischste aller Musikgenres zurück. Erstaunlich, dass sich der gebürtige Franzose nicht für Lieder aus seiner Heimat entschieden hat, sondern ausschließlich für Stücke von italienischen Interpreten wie Paolo Conte oder Bobby Solo. Die Beziehungsgeschichte von Gilles und Marion wird begleitet von sentimentalen Stücken meist aus der Zeit zwischen 1961 bis 1967. Die Songs haben, wie es Hauptdarstellerin Valeria Bruni Tedeschi beschreibt, "mal etwas Romantisches, Kitschiges oder gar Ironisches, vermitteln aber stets auf melodiöse Weise den Wunsch, zu lieben und geliebt zu werden". Das Kernstück des Soundtracks ist der bewegende Song "Sparring Partner" von Paolo Conte. Den Score wählte der Regisseur zusammen mit Philippe Rombi aus. Dem französischen Komponisten hatte Ozon bereits die instrumentale Musik zu seinem Thriller "Swimming Pool" anvertraut.

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7,0 (Filmreporter)     
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