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Somewhere

OriginaltitelSomewhere
GenreDrama
Land & Jahr USA 2010
Kinostart    11.11.2010 (TOBIS Film)
FSK & Länge 99 min.
RegieSofia Coppola
DarstellerStephen Dorff, Chris Pontius, Erin Wasson, Alexandra Williams, Nathalie Fay, Kristina Shannon
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Sofia Coppola lässt Stephen Dorff verzweifeln

Nach außen führt Johnny Marco (Stephen Dorff) ein Leben, um das ihn viele beneiden. Der Schauspieler ist ein erfolgreicher Filmstar, amüsiert sich auf rauschenden Partys und bekommt nahezu jede Frau, die er haben will. Dennoch führt Johnny ein einsames Dasein. Zwischen Dreharbeiten, Pressekonferenzen und Preisverleihungen zieht er sich immer wieder ins Hotel Chateau Marmont zurück, ohne zu wissen, was er mit sich anfangen soll.

Allein die gelegentlichen Besuche seiner elfjährigen Tochter Cleo (Elle Fanning) durchbrechen die Routine ein wenig. Eines Tages entschließt sich seine Ex-Frau, für unbestimmte Zeit zu verreisen. Dadurch ist Johnny gezwungen, sich bis zum Beginn des Sommercamps mehrere Wochen um die gemeinsame Tochter zu kümmern. Bis auf eine Reise nach Mailand, unternimmt er in dieser Zeit ganz alltägliche Dinge mit Cleo. Die beiden gehen zum Eiskunstlauftraining, spielen Videospiele und essen gemeinsam. Doch reicht das alles, um Johnnys Leben in eine neue Richtung zu geben und mit Sinn zu füllen?
Ein ums andere Mal dreht Johnny Marco im schicken Ferrari seine Runden. Der Schauspieler fährt im Kreis. Immer und immer wieder. Die Kamera bleibt dabei am selben Fleck. Trotz des rasenden Autos wirkt das Bild wie eingefroren. Mit der Eröffnungsszene führt uns Sofia Coppola gleich zu Beginn vor Augen, in welcher Situation sich ihr Protagonist befindet. Als erfolgreicher Filmstar lebt er auf der Überholspur, kommt aber dabei nicht vom Fleck. Alles in seinem Leben ist zur monotonen Routine erstarrt. Dementsprechend langsam, bisweilen statisch ist der Erzählrhythmus von Coppolas "Somewhere". Wie in der Anfangssequenz lässt die Regisseurin manche Einstellungen so lange auf uns wirken, bis die Zeit quälend still zu stehen scheint. So auch, wenn Johnny nachdenklich eine Zigarette in Echtzeit raucht. Oder wenn aufreizende Zwillinge in seinem Hotelzimmer einen nicht enden wollenden Synchron-Stangentanz vorführen.

Bewegung kommt vor allem dann ins Spiel, wenn Johnny sich in der Öffentlichkeit zeigt, Werbung für seine Filme macht oder Pressekonferenzen gibt. Coppola wirft dabei einen wunderbar ironischen Blick auf den Medienzirkus der Filmbranche. Den Höhepunkt stellt die Preisverleihung im italienischen Fernsehen dar, die in einer absurden Bühnen-Darbietung leicht bekleideter Tänzerinnen gipfelt. Der hektischen und oberflächlichen Filmwelt wird die Beziehung zwischen Johnny und seiner elfjährigen Tochter Cleo entgegengesetzt. Hier zeigt sich wieder einmal Coppolas Gespür, in der Schlichtheit das Schöne zu entdecken. Selbst wenn Johnny einfach nur seiner Tochter beim Eiskunstlauftraining zusieht und Gwen Stefanis Pop-Song "Cool" läuft, macht die Regisseurin einen wundervoll melancholischen Moment daraus. Das liegt nicht zuletzt am überzeugenden, ungekünstelt wirkenden Zusammenspiel zwischen Stephen Dorff und Elle Fanning.

Mit seiner minimalistischen, auf die Beziehung zwischen den beiden Protagonisten konzentrierten Inszenierung erinnert das leise Drama an Coppolas "Lost in Translation" mit Bill Murray und Scarlett Johansson. In beiden Filmen steht ein berühmter Schauspieler im Vordergrund, der an einem gewissen Punkt in seinem Leben vergessen hat, warum er dieses Leben überhaupt führt. Der Resignation von Murrays Charakter Bob Harris steht Johnnys Gefühl von Identitätsverlust gegenüber. Als er während einer Pressekonferenz gefragt wird, wer Johnny Marco eigentlich sei, weiß er darauf keine Antwort. Das braucht er auch nicht. Coppolas Bilder lassen tief genug blicken. Das gilt insbesondere für die Szene, in der Johnny beim Maskenbildner sitzt. Dem Schauspieler wird eine weiße Schicht aufgetragen, die sein komplettes Gesicht überzieht. Nicht mal seine Augen sind zu sehen. Eine gefühlte Ewigkeit schauen wir Johnny dabei zu, wie er dasitzt und wartet, sich dabei fast nicht bewegt. Ein gesichtsloser Geist. Als man ihm das Zeug endlich entfernt, kommt nur die darunter liegende Maske zum Vorschein. Johnny ist innerhalb von 45 Minuten zum Greis geworden. Treffender hätte Coppola die Angst eines Menschen, sein eigenes Leben verpasst zu haben kaum auf den Punkt bringen können.
Somewhere

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Somewhere

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