The Mechanic - 2011 | FILMREPORTER.de
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The Mechanic

OriginaltitelThe Mechanic
GenreAction, Thriller
Land & Jahr USA 2011
Kinostart    07.04.2011 (Kinowelt Filmverleih)
FSK & Länge ab 18 Jahren • 92 min.
RegieSimon West
DarstellerJason Statham, Ben Foster, Tony Goldwyn, Donald Sutherland, Jeff Chase, Mini Anden
Homepage http://www.themechanicmovie.com
Links IMDB
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Undifferenzierter und brutaler Action-Thriller

Den Produzenten von "The Mechanic" schwebte ein Remake des Charles Bronson-Thrillers "Kalter Hauch" vor. Dabei verbrachten sie nach eigenen Aussagen Jahre mit der Drehbuchentwicklung und der Finanzierung des Actionfilms, was mit Blick auf die holprige Inszenierung schwer nachzuvollziehen ist. Vor allem die lange Mühe am Drehbuch geht aus dem fertigen Produkt nicht hervor.

Das gilt auch und vor allem für die Charakterzeichnung der von Jason Statham verkörperten Hautfigur. Dieser spielt einen Profikiller, einen so genannten 'Mechaniker', der mit größtem Geschick seine Aufträge erledigt, ohne auch nur die kleinste Spur zu hinterlassen. Für diese Professionalität bedarf es akribischer Vorbereitungen, und so studiert Arthur Bishop die Alltagsabläufe und Gewohnheiten seiner potenziellen Opfer aufs Genaueste. Als er eines Tages seinen Freund und Mentor Harry McKenna (Donald Sutherland) liquidieren soll, gerät Arthur in einen emotionalen Konflikt. Dennoch führt er auch diesen Auftrag mit der nötigen Präzision aus. Bald taucht Harrys Sohn Steve (Ben Foster) auf. Dieser will sich am Mörder seines Vaters rächen und bittet Arthur, ihn als Auftragskiller "auszubilden" und ihm bei der Suche nach dem Mörder seines Vaters behilflich zu sein.
Das Motiv des knallharten Profis hat in der Filmgeschichte schon mehrfach sein dramaturgisches Potential unter Beweis gestellt. In der perfekten Ausführung dessen, was ein Profi am besten kann, liegt ein ästhetischer Reiz, der umso wirksamer ist, je geduldiger die Filmemacher die Handlung aufbaut. Man denke etwa an das Kino Jean-Pierre Melvilles und seiner Protagonisten, deren Tun der Filmemacher intensivst beobachtete. Auch "The Mechanic" ist ein Thriller über präzise Aktionen und ihre akribischen Vorbereitungen, doch werden diese in dem dürftigen Actionkracher kaum ausgeschöpft oder scheitern an der unbeholfenen Inszenierung. Arthur Bishop ist als Profi angelegt, als der Beste seines Fachs. Er ist präziser als eine Schweizer Uhr, wie ein Räderwerk gehen seine Pläne auf. Dass ein Rädchen im Mechanismus ausfallen könnte, ist undenkbar. Als einer der Aufträge Arthurs schiefgeht, geht der Patzer auf das Konto seines Schülers Steve, die perfekte Maschine selbst bleibt unfehlbar. Und selbst der kleine Fehler im Getriebe wird nicht weiter problematisiert, sondern dient lediglich als Vorwand für weitere Action. Für Fragen - etwa nach der Unberechenbarkeit des Lebens, die jeden Plan und Berechnung vereitelt - gibt es hier keinen Platz.

Simon West ist eben nicht Melville, für Atmosphäre, das geduldige Beobachten des Handwerks seines Protagonisten, die nötigen Ruhepunkte, die die Actionszenen umso wirksamer machen oder gar philosophische Zwischentöne hat er keinen Sinn. Geballte, effektvolle, teilweise allzu brutale Action sind die dominierenden Konstanten. Selbst in den wenigen ruhigen Momenten neigt der Film zu einem Schnitttempo, als wollte man zwanghaft eine bestimmte Einstellungsdauer nicht unterschreiten. Die Bilder sind von einer gekünstelten Farbigkeit, die Atmosphäre und Stimmung evozieren wollen, sich allerdings wie ein trüber Schleier zwischen Zuschauer und Handlung legen. Offenbar war sich West der Schwäche des Drehbuchs bewusst, so dass er diese durch zu viel filmische Mittel zu verbergen versuchte. Das gelingt ihm jedoch nicht. Szenen wie die, in welcher der Held Schubert hört, sollen die sensible Kehrseite des Mechanikers unterstreichen, wirken statt dessen aber allzu aufgesetzt. Missraten ist auch die Darstellung des Verhältnisses zwischen Arthur mit seiner Barbekanntschaft. Sie sollen entweder eine weitere Facette im Charakter des Mannes offenlegen oder die bereits ausgespielten vertiefen, offenbaren aber umso deutlicher die gravierenden dramaturgischen Schwächen des Drehbuchs und die Einfallslosigkeit der Regie.

Einziger Lichtblick in "The Mechanic" ist Ben Foster. Ihm gelingt es, durch seine gelungene Darstellung die glatte Oberfläche des Films aufzurauen. Nuanciert verkörpert er das von emotionalen Konflikten geprägte Verhältnis zu seinem Vater und schafft es dadurch, eine gewisse Tiefe in die Handlung zu bringen. Am Ende siegt das Drehbuch aber auch über Foster, das seinem Charakter eine undifferenzierte Konsequenz verleiht, die zudem von allzu viel Pathos durchdrungen ist.
The Mechanic

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Jason Statham verkörpert in "The Mechanic" einen Profikiller, der mit größtem Geschick seine Aufträge erledigt. Als er seinen Freund Harry McKenna...  Clip starten
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