Retro-Starportrait: Fred Zinnemann | FILMREPORTER.de
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RETRO Feature

Regisseur Fred Zinnemann
Regisseure, von denen man spricht

Fred Zinnemann

Immer wieder gibt es Filme, die zu Klassikern werden. Sie sind nicht mehr aus dem Kulturkanon wegzudenken. Dazu gehört die "Pate"-Trilogie, "Casablanca", "12 Uhr Mittags" und "Das Fenster zum Hof". Ihre Hauptdarsteller werden zu Ikonen, auch mancher Regisseur ist unvergessen. Andere wiederum kennt man heute nicht mal mehr beim Namen. Bei Fred Zinnemann findet man von allem ein bisschen. Seine Filme wurden mehrfach ausgezeichnet, doch sein Name ist nicht jedermann geläufig. Das war aber nicht immer so.

Gary Cooper und Grace Kelly in "12 Uhr Mittags"

Gary Cooper und Grace Kelly in "12 Uhr Mittags"

Die Zeitschrift Film Journal widmet dem österreichisch-amerikanischen Regisseur in der Ausgabe vom 19. Oktober 1959 eine Doppelseite. Zu diesem Zeitpunkt hatte Zinnemann seinen Zenit als Regisseur bereits überschritten. Er blickte auf zwei Oscars und zahlreiche Nominierungen zurück. Jeder kannte ihn. Grund genug, um dem 1907 in Wien geborenem Regisseur Ende der 1950er Jahre einen ausführlichen Bericht zu widmen. In seinem Artikel führt Autor Konrad Karkosch Zinnemanns Filmleidenschaft auf ein Erlebnis aus seiner Jugend zurück. Angeblich sah dieser während seines Studiums der Jurisprudenz in Wien zwei wegweisende Filme: Erich von Stroheims "Gier nach Geld" und King Vidors "Die große Parade". Der darin vorkommende ungewöhnliche Realismus und die starke Symbolik hätten es dem jungen Studenten angetan. Folglich brach er sein Studium ab und ging nach Paris.

Montgomery Clift in "Verdammt in alle Ewigkeit"

Montgomery Clift in "Verdammt in alle Ewigkeit"

Fred Zinnemann machte in Frankreichs Hauptstadt eine Ausbildung zum Kamermann und arbeitete später als Assistent deutscher Regisseure. Ab und zu war er sogar als Statist in dem einen oder anderen Film, wie beispielsweise in "Im Westen nichts Neues" zu sehen. Seinen Sprung nach Amerika machte er zum denkbar günstigsten Zeitpunkt. Denn als sich der Tonfilm 1929 durchsetzte, hatte er in Hollywood bereits einen Namen. "Von Anfang an wusste er um die Macht und Ausdrucksstärke des realistischen Films. Er wusste aber auch um die Möglichkeiten, die dem Realismus eine symbolische Vertiefung zu geben vermögen", schreibt Karkosch in seinem Artikel. Um dieses Wesen des realistischen Film zu erfassen, wandte sich Zinnemann erstmals dem Dokumentarfilm zu. Dabei half ihm seine Freundschaft zum Vater des Dokumentarfilms, Robert J. Flaherty. Als er 1942 den Oscar für seine Dokumentation "That Mothers Might Live" erhielt, war für Zinnemann der Weg zum Spielfilm geebnet.

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