Starfeature: Zombie-Opa George A. Romero | FILMREPORTER.de
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George A. Romero
Blut in allen Facetten

Zombie-Opa George A. Romero

1968 war in vieler Hinsicht ein markantes Jahr. Neben den weltweiten Aufständen, Protesten und Studenten-Unruhen, gab es noch eine weitere Revolution: die der Zombies! Auslöser war Regisseur George A. Romero, der mit seinen Untoten das verstaubte Genre revolutionierte. Zombies waren plötzlich keine mysteriösen Zauberpuppen mehr, es waren tote Menschen, die nicht durch ihren Verstand sondern einzig durch ihren Hunger auf Frischfleisch angetrieben wurden. Bis heute hat Romero nichts an diesem Konzept verändert. Er blieb sich, seinem Lieblingsgenre und seinen Zombies treu.

Die Nacht der lebenden Toten

Die Nacht der lebenden Toten

Nacht der Lebenden Toten
Man muss George A. Romero als Großvater der Zombies bezeichnen, obwohl dieser Spitzname nicht ganz richtig ist. Zombies gab es auch schon vor 1968. Bis zu "Die Nacht der lebenden Toten" ("Night of the Living Dead") wurden sie allerdings kaum wahrgenommen. Das änderte sich mit diesem Film schlagartig. Realisiert wurde das Projekt mit einem Budget von gerade mal 114.000 US-Dollar. Die Investoren kamen aus dem Freundes- und Familienkreis des Regisseurs, ebenso wie die Schauspieler. Da diese einem normalen Beruf nachgingen und nur in ihrer Freizeit für Dreharbeiten zur Verfügung standen, dauerte die Produktion sehr lange. Der Einsatz hat sich gelohnt. Die Schwarz-Weiß-Produktion gilt heute als Meilenstein des Horror-Genres und wurde in die Filmsammlung des Museum of Modern Art aufgenommen. Seit 1999 ist "Die Nacht der Lebenden Toten" im National Film Registry als erhaltenswertes Kulturgut eingetragen. Zahlreiche Regisseure ließen sich von Romero inspirieren oder kreierten aufgrund seiner Arbeiten neue Zombie-Filme. 2004 entstand mit der Parodie "Shaun of the Dead" schließlich eine liebevolle Hommage an Romeros Zombies.

George A. Romero's Diary of the Dead

George A. Romero's Diary of the Dead

Zombies Spiegelbild der Gesellschaft?
Warum üben Romeros Zombies eine derartige Anziehungskraft auf Genreliebhaber, Filmfans und -kritiker und Museen aus? Diese Frage ist durchaus berechtigt. Und sie ist relativ einfach zu beantworten. Es sind nicht die Zombies, von denen die Gefahr ausgeht, sondern von den Menschen, die der Regisseur in seinem Filmen abbildet. In den meisten seiner Produktionen steckt eine politische, soziale oder gesellschaftskritische Botschaft. Prangert er in "Die Nacht der Lebenden Toten" Rassismus und Vietnamkrieg an, geht es in "Land of the Dead" (2005) um den Irak-Krieg und in "Diary of the Dead" (2007) um die Entwicklung der Neuen Medien. Es sind nicht die Zombies, die die Menschen vernichten, es sind die Menschen selbst, die durch ihren Egoismus, ihre Selbstherrlichkeit und ihr Streben nach Macht ein Überleben ihrer Rasse verhindern. Romero sagt im Interview mit Filmreporter.de: "Meine Filme könnten genauso gut ohne Zombies auskommen. Ich mag sie aber so gerne, deshalb streue ich sie immer wieder ein."

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