InterviewTödliches Kommando: Kathryn Bigelow: Jeremy Renner zu : Anthony Mackie: Brian Geraghty: Mark Boal | FILMREPORTER.de
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Interview

Kathryn Bigelow
Heißer Anwärter auf Goldenen Löwen

"Tödliches Kommando" erntet Beifall

Basierend auf den Erfahrungsberichten von Mark Boal drehte Kathryn Bigelow das Irak-Kriegsdrama "Tödliches Kommando". Auf dem Lido kam das Werk gut an. Stehende Ovationen am Ende der Pressevorführung sind der Beleg. Mit Boal erarbeitete Bigelow das Drehbuch. Authentisch sollte dieses die Gefühle der in den Krisengebieten stationierten Soldaten wiedergeben. Im Gespräch mit Filmreporter.de stellten sich Regisseurin und Drehbuchautor sowie die Hauptdarsteller Brian Geraghty, Anthony Mackie und Jeremy Renner unseren Fragen.
Von  Andrea Niederfriniger, Filmreporter.de, 12. August 2009

Anthony Mackie (Venedig 2008)

Anthony Mackie (Venedig 2008)

Filmreporter.de: Meine erste Frage geht an die Regisseurin. Warum haben Sie als Einstieg in den Film ein Zitat gewählt?

Kathryn Bigelow: Das Zitat stammt von einem preisgekörnten Journalist. Er versucht anhand der Psychologie, das Kriegsgeschehen und die Passion vieler Soldaten für den Krieg zu erklären. Diesen Psychologieansatz, welche er in seinen Büchern zu beschreiben versucht, konnte mein Drehbuchautor Mark gut nachvollziehen, als er in Bagdad 2003 und 2004 als Journalist gearbeitet hat. Viele Soldaten sind Freiwillige, die selbst entschieden haben, in Kriegsgebiete zu gehen. Mark beschreibt diese bestimmte Anziehungskraft, welche der Krieg auf manche Menschen ausübt. Daher ist sein großartiges Skript auch psychologisch aufgebaut.

Filmreporter.de: Die Soldaten in ihrem Film werden äußerst menschlich dargestellt, sie haben Angst, zeigen Mitgefühl und überlegen drei Mal, bevor sie auf ein potenzielles Ziel schießen. Riskieren sie dadurch nicht, ein zu optimistisches Bild der Armee zu zeichnen?

Bigelow: Ich bin fest davon überzeugt, dass jener Soldat zu Beginn des Films, der von Guy Pearce dargestellt wird, mit Ihnen übereinstimmen würde. Ich glaube, in jedem Krieg finden unzählige Tragödien statt. Nicht zuletzt ist der Krieg selbst eine Tragödie. Dieser Krieg ist da keine Ausnahme. Aber zur gleichen Zeit wollte ich diesem Konflikt ein menschliches Gesicht verpassen. Ich wollte auch dem Publikum die Möglichkeiten geben, all das zu erfahren, was ein Soldat im Krieg erfährt. Das basiert aber natürlich nur auf Marks Beobachtungen, die er aus dem Irak mitgenommen hat. Das war mir wichtig darzustellen. Ich bin auch davon überzeugt, dass der Film die Realität gut widerspiegelt.

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