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Interview

Quentin Tarantino
...dies ist der zweite Streich

Tarantinoeske Dialoge satt

In "Kill Bill - Volume 1" ließ Quentin Tarantino die Sau raus. Zwischen Schwertkämpfen und anderen Schlächtereien kam der Zuschauer in der KungFu-Blutoper kaum zum Atemholen. Umso großartiger, dass er sich typisch Tarantinoeske Dialoge und die Verbreiterung der Charaktere für Volume 2 aufhob. "Kill Bill" die 2. ist Tarantino vom besten. Keine Angst: die Actionszenen kommen nicht zu kurz.
Von  Redaktion Ricore Text, 20. April 2004

Quentin Tarantino am Set

Quentin Tarantino am Set

Ricore: Eine starke Thematik des Films ist der Mutterinstinkt: Uma Thurman geht als "Beatrix, die Braut" bis an die Grenzen, um ihre Tochter zu finden und sich an all denen zu rächen, die dafür verantwortlich sind, dass sie jemals getrennt wurden. Der erste Film war dabei ziemlich brutal, der zweite ist im Vergleich dazu fast harmlos. Ist das Ihre softere Seite?

Tarantino: Ich drehte die Filme ja gleichzeitig. Den ersten haben ein paar Leute begriffen und ein paar nicht. Ich habe sehr viel Mitgefühl für die Braute. In "Volume 1" ging es um Mutterliebe - und um ihre Rache. Sie fegt über Kontinente, über Ozeane um ihre Rache zu kriegen. Und scheiß auf Vernita und ihre Tochter, scheiß auf Budd, wie tief ist er gefallen! Die haben ihre Tochter umgebracht, okay. Glaubt sie wenigstens. Die verdienen, was sie kriegen. Als Vernita sagt: "Schau doch wie nett ich jetzt bin", vergiss die Bitch! Sie hatte vier Jahre mit ihrer Tochter. Uma hatte nichts! Ihre Einstellung ist die einer Löwin, die ihr Junges beschützt. Wenn ich ein Kind hätte, wäre ich genauso.

Ricore: Uma sagte, dass ihr die Dreharbeiten zu diesen beiden Filmen zum erstenmal das Gefühl vermittelten, dass eine Frau sich auch körperlich wehren kann. Glauben Sie, dass "Kill Bill" Frauenpower promotet?

Tarantino: Das hoffe ich. Ich meine, die Braut ist nicht nur Rambo als Transvestit. Ich wollte nicht eine männliche Rolle schreiben, und sie dann mit einer Frau besetzen, nur damit das Ganze sexy wird. Hollywood-Weisheit diktiert, dass Männer sich keine Filme mit weiblichen Actionhelden anschauen, weil sie sich nicht identifizieren können. Das halte ich für gequirlte Scheiße. Die Braut macht so viele Dinge, mit denen sich Männer identifizieren können. Und für Frauen ist sie doppelt inspirierend.

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