Senator Film Verleih
Silentium

Silentium (Zweitausendeins Edition Film 126)

Originaltitel
Silentium
Regie
Wolfgang Murnberger
Darsteller
Johannes Silberschneider, Simon Schwarz, Christoph Schlingensief, Udo Samel, Joachim Król, Maria Köstlinger
Medium
DVD
Im Handel ab
16.01.2012 bei Zweitausendeins
Kinostart Deutschland
Silentium
Genre
Krimi
Land
Österreich
Jahr
2004
FSK
ab 16 Jahren
Länge
112 min.
IMDB
IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
7,0 (Filmreporter)
6,9 (7 User)
Extras: Trailer • Interviews mit Josef Hader, Wolfgang Murnberger, Wolf Haas • Backstage • Berlinale Presse • Berlinale Premiere • Szenen in anderen Schnittversionen (Arbeitsfassung)
Ex-Polizist Brenner (Josef Hader) ist total abgebrannt. Gerade hat er seinen Job als Kaufhausdetektiv verloren. Jetzt macht er den ganzen Tag nichts, als rauchen, kiffen und trinken. Jeden Abend steht er vor der Nachtapotheke und holt sich seine Familienpackung Aspirin. Ausgerechnet Konstanze Dornhelm (Maria Köstlinger), die hübsche Tochter des Salzburger Festspielpräsidenten, will Brenner für einen brisanten Fall engagieren. Ihr Ehegatte wurde am Fuße des Mönchsbergs tot aufgefunden - angeblich Selbstmord. Die Witwe glaubt das nicht, hat ihr Angetrauter doch kurz vor seinem Tod einen Skandal entfacht. Er brüskierte den Salzburger Erzbischof öffentlich, ihn als Kind im Knabenkonvikt sexuell belästigt zu haben. Brenner soll den dubiosen Tod aufklären. Sein alter Freund Berti (Simon Schwarz) kommt ihm bei den Ermittlungen zu Hilfe. Zusammen begeben sie sich in die abgeschottete Welt des katholischen Knabeninternats. Die Spuren führen sie auch hinter die Kulissen der Salzburger Festspiele. Zunächst können sich die beiden keinen Reim auf ihre Ermittlungsergebnisse machen: Welche Verbindung besteht zwischen dem großherzigen Pater Fitz (Joachim Król) und dem Festspielpräsidenten? Welche Geheimnisse verbirgt das philippinische Hausmädchen (Rosie Alvarez) und was hat das alles mit Opernsänger Schmittke (Jürgen Tarrach) zu tun? Brenner und Berti blicken in die Abgründe der Salzburger Gesellschaft und geraten bei ihrer Verfolgungsjagd selbst in tödliche Gefahr.
Nach "Komm, süßer Tod" ist "Silentium" die zweite Zusammenarbeit von Wolfgang Murnberger, Wolf Haas und Josef Hader. Die Krimigeschichte überzeugt durch ihre ausgewogene Mischung aus Spannung, zynischem Humor und österreichischem Wortwitz. Verschwiegen wird hier gar nichts: schonungslos parodiert Haas Staat, Kirche und die Salzburger Festspiele. Mit einem unglaublichem Zynismus thematisiert der Krimi jede Schandtat, die man sich innerhalb des Konvikts und der Kulturszene vorstellen kann: Mädchenhandel, Morde unter den Veranstaltern der Festspiele, pädophile Erzbischöfe, und korrupte Festspielpräsidenten - nichts bleibt dem Zuschauer "erspart". Kabarettist Josef Hader brilliert in seiner Rolle als abgebrannter Privatdetektiv Brenner. Die Figur ist bezeichnend für ihre ambivalente Persönlichkeit: illusionslos und vollkommen abgebrüht, so erscheint uns Brenner im ersten Moment. Doch werden im Zuge seiner Ermittlungen Bestürztheit über die Abgründe der besseren Gesellschaft und Sehnsucht nach Gerechtigkeit deutlich sichtbar. Unterstrichen wird seine sarkastische Komik durch den morbiden österreichischen Schmäh, mit dem sich Brenner durch lakonische Bemerkungen seiner Umwelt mitteilt. "Silentium" ist eine rabenschwarze Thriller-Komödie über die Bigotterie der heutigen Gesellschaft.
Birgit Deiterding/Filmreporter.de
Galerie: Silentium
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2022