Retro-Starportrait: Die Armut trieb ihn zum Film | FILMREPORTER.de
Filmreporter-RSS

RETRO Feature

Spartacus
Kirk Douglas: Hollywoods letzter Held

Die Armut trieb ihn zum Film

Kirk Douglas gehört zu den erfolgreichsten Schauspielern Hollywoods. Er arbeitete mit den größten Regisseuren zusammen, zählt internationale Stars zu seinen besten Freunden. Doch der Mann weiß auch, was es bedeutet, nichts zu besitzen. Vielleicht ist er aufgrund seiner einfachen Herkunft zeit seines Lebens auf dem Boden der Tatsachen geblieben. Für Douglas zählt die Familie. Mit Ehefrau Anne Buydens ist er seit 53 Jahren verheiratet, mit seiner Ex-Frau Diana Dill verbindet ihn eine tiefe Freundschaft. Douglas überlebte einen Hubschrauber-Absturz und einen Schlaganfall, ist mit über 90 Jahren dennoch lange nicht müde.
Von  Indra Fehse/Filmreporter.de, 15. Dezember 2017

Am 9. Dezember 1916 erblickt Kirk Douglas alias Issur Danielowitsch Demsky in Amsterdam (US-Bundesstaat New York) das Licht der Welt. Seine Eltern kamen als jüdisch-russische Einwanderer nach Amerika, sie erträumten sich hier eine bessere Zukunft für sich und ihre Kinder. Doch das Leben ist für die neunköpfige Familie nicht leicht. Sie wohnt in einem New Yorker Slum. Douglas muss sich seine Ausbildung am College durch harte Arbeit selbst verdienen. Seine Stärke und Willenskraft zeigt er bereits an der Highschool. Er erkämpft sich ein Ringkampfstipendium und kann damit ans College gehen.

Trotz seines Kindheitstraums von einer Schauspielerkarriere, studiert Douglas zunächst Chemie und englische Literatur. Erst nach seinem Collegeabschluss wendet er sich der Schauspielerei zu und studiert, wiederum mit Hilfe eines Stipendiums, an der American Academy of Dramatic Arts. Sein Ziel ist nicht der Film, sondern die Theaterbühne. "Der einzige Grund, warum ich nach Hollywood ging, waren finanzielle Probleme", gibt er 1957 in einem Interview mit dem US-Journalisten Mike Wallace zu. Aus Geldnöten nimmt er seine erste Filmrolle an. 1946 begeht er mit "Die seltsame Liebe der Martha Ivers" sein Leinwanddebüt. Es folgen Werke wie "Polizeirevier 21" (1951), "20.000 Meilen unter dem Meer" (1954), "Die Wikinger" (1958) und "Spartacus" (1960). Seinen Traum von einer Karriere am Theater verliert er dennoch nie aus den Augen. "Ich wollte ein Star am Broadway werden - ein Bühnenstar. Später erkannte ich natürlich, wie man zum Bühnenstar wird: Man baut sich sein eigenes Theater!" erklärt er 2008 in einem Interview mit dem Magazin der Süddeutschen Zeitung.

Anne und Kirk Douglas

Anne und Kirk Douglas

Einer seiner größten Träume wird wahr, als Douglas den Roman "Einer flog übers Kuckucksnest" auf der Bühne inszeniert. Trotz guter Kritiken fällt es an den Theaterkassen durch. Doch Douglas lässt sich nicht entmutigen und will einen Film daraus machen. Sein Sohn Michael, der später eine ähnlich kometenhafte Filmkarriere wie sein Vater machen soll, will helfen und kümmert sich um die filmische Umsetzung des Buches. Schon nach etwa einem Jahr hat der junge Michael Douglas die finanziellen Mittel und die Besetzung beisammen. Vater und Sohn streiten sich - Kirk Douglas will die Hauptrolle übernehmen. "Damals sagte Michael zu mir: 'Der Regisseur meinte, du seiest zu alt für die Rolle. […] Er will einen jungen Schauspieler namens Jack Nicholson für die Rolle besetzen.' Natürlich hat der auch den Oscar bekommen", so Douglas in dem Interview mit dem SZ-Magazin. Der begehrte amerikanische Filmpreis sollte dem Schauspieler bis 1996 verwehrt bleiben. Trotz drei Oscarnominierungen für seine Hauptrollen von "Zwischen Frauen und Seilen" (1949), "Stadt der Illusionen" (1953) und "Vincent van Gogh - Ein Leben in Leidenschaft" (1956) erhält er die goldene Statue erst im Jahr 1996. Er bekommt den Ehrenoscar für sein Lebenswerk.

Seite: 1 Seite vor >>

Zum Thema

Porträt zu Kirk Douglas

Kirk Douglas

Darsteller, Regisseur, Produzent
Der 1918 als Sohn jüdisch-weißrussischer Einwanderer in Amsterdam geborene Kirk Douglas beging 1946 mit seinem Auftritt in "<movies|12679|Die... weiter
Curd Jürgens als Dr. von Basil

Weitere Retrofeatures: Curd Jürgens liebt den Luxus

Von der deutschen Leinwand schaffen nicht viele Schauspieler den Sprung in die große... weiter
Brigitte Bardot

B.B. alias Brigitte Bardot

B.B. steht für wohlproportionierte, weibliche Formen und deren Reize. B.B. steht für... weiter
Terence Hill in "Mein Name ist Nobody"

Charmanter Raufbold: Terence Hill

Niemand prügelte sich unblutiger und charmanter durch die Filmgeschichte als er. Keine... weiter
© 2018 Filmreporter.de