Retro-Starportrait: Vorbild der Nation | FILMREPORTER.de
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RETRO Feature

Gary Cooper
Gary Cooper: integrer Held

Vorbild der Nation

Im Jahr 1939 ist Gary Cooper die erste Wahl für eine Hauptrolle. Als er David O. Selznick folgende Absage erteilt: "Dieser Film wird der größte Flop in der Geschichte Hollywoods. Ich bin froh, dass Clark Gable auf die Nase fällt, und nicht ich", ist der Produzent am Boden zerstört. "Vom Winde verweht" wurde zu einem Kassenschlager, der bis heute nichts von seinem Charme, seiner Anziehungs- und Aussagekraft verloren hat. Gary Cooper hat seine Entscheidung dennoch nicht bereut.

Gary Cooper kämpft mit Jungstier um einen Jungen zu retten.

Gary Cooper kämpft mit Jungstier um einen Jungen zu retten.

Schwarze Liste
Gary Cooper wählte seine Rollen stets auch nach seiner politischen Überzeugung sowie seiner jeweiligen Gemütslage und -regungen aus. Nicht immer konnte er damit das Publikum überzeugen, nicht immer stand die amerikanische Politik hinter ihm, aber stets blieb er sich treu. Es gibt eine Ausnahme: 1947 musste der Schauspieler wie viele seiner Kollegen vor dem House on Un-American Activities Committee (HUAC) aussagen. Ursprünglich sollte das Komitee nationalsozialistische Unterwanderungen von US-Behörden verhindern. Zu Beginn des Kalten Krieges widmete sich die Behörde jedoch der Bekämpfung vermeintlicher kommunistischer Einflüsse auf die Filmbranche. Im Gegensatz zu anderen Filmemachern nannte Cooper keine Namen, was einem Verrat gleich gekommen wäre. Allerdings gab er zu, Drehbücher gelesen zu haben, die seiner Meinung nach kommunistische Botschaften enthielten. Zudem bestritt er, jemals in einer kommunistischen Partei gewesen zu sein oder deren Gedankengut verbreitet zu haben. Später wurde sein wohl größter Publikumserfolg, "12 Uhr Mittags", als Statement gegen die von dem fanatischen Senator Joseph Raymond McCarthy erstellte "Schwarze Liste" interpretiert. Diese Liste enthielt 57 Namen von Persönlichkeiten aus der Filmwelt, die von ihm als Kommunisten verdächtigt wurden. Einige kamen ins Gefängnis, die meisten verloren ihren Job und bekamen jahrelang keine Engagements.

12 Uhr mittags - High Noon

12 Uhr mittags - High Noon

Stuntman und Komparse
Dieses Ereignis prägte Gary Cooper und markiert gleichzeitig einen Wendepunkt in seiner Karriere. So galt er ab den 1950er Jahren als alternder Westernheld, der für Werte wie Freiheit, Sicherheit und soziale Gerechtigkeit eintrat. In diese Zeit fiel sein zweiter Oscargewinn, für die Rolle von Marshal Will im Westernklassiker "12 Uhr Mittags". Je älter Cooper wurde, desto mehr wurde sein Charakter mit seinen Rollen gleichgesetzt. Gut zwei Drittel seiner Filme waren Western und spielten in der glorreichen Pionierzeit der US-Geschichte. Cooper verkörperte meist den schweigsamen Helden. In dieser Zeit strebte er einen Imagewechsel an. Das Publikum hat diesen jedoch nie angenommen. In seinem letzten Film "Ein Mann geht seinen Weg" spielte Cooper einen potentiellen Mörder. Da er noch vor der Premiere verstarb, erlebte er den Misserfolg des Films nicht mehr. Für seine Fans verkörperte der smarte Westernheld auch über seinen Tod am 13. Mai 1961 hinaus das Idealbild des heldenhaften und integren Amerikaners.

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