Der Stern
Geschichte im Film
Geschichte im Zauberspiegel der Leinwand
Retro News: Dem Film ist nichts unmöglich
Längst vergangene Zeiten leben auf der Leinwand wieder auf: frühste Urzeit wie biblische Vorzeit, Königsdynastien der alten Ägypter wie der Glanz des römischen Weltreichs. Selbst die Zukunft vermag der Film im Zauberspiegel der Leinwand zu ersinnen. Wir blicken vom 15. November 1938 zurück in die Vergangenheit und wagen sogar einen Ausblick in die Zukunft des Films.
erschienen am 11. November 2021
Der Stern
Geschichte im Film
Große historische Ereignisse warten auf filmische Umsetzung
Es gibt nichts, das dem Film unmöglich wäre. Viele historische Ereignisse wurden bereits filmisch in Angriff genommen, andere bedeutende Tage der Historie warten noch auf ihre künstlerische Auferstehung. Die Schlacht im Teutoburger Wald wurde schon auf Leinwand gebannt. Doch warum nicht auch die Dreikaiserschlacht bei Königgrätz?

Auch die Märzrevolution bildete, anders als die Französische Revolution, noch nicht den historischen Untergrund eines Filmes. Und was ist mit einem Götz von Berlichingen, einem Florian Geyer? Sind sie nicht bedeutend genug, um filmische Würdigung zu erfahren? Keine Bange. All jene werden schon noch ihre Abhandlung in dieser neuartigen Kunstform erlangen, das Lichtspiel wird sie nicht vergessen. Selbst künftige Ereignisse können unter Zuhilfenahme des Films bereits heute erdacht werden! So können wir noch eine Ahnung von Dingen bekommen, die wir zu erleben gar nicht mehr in der Lage wären: Die Eroberung des Weltraums durch den Menschen, beispielsweise. In der Realität noch Jahrhunderte entfernt, könnte der Start des ersten Weltraumschiffes schon in wenigen Jahren auf Leinwand zu bewundern sein.
Geschichte im Film, Geschichte des Films
Der Stern befasst sich in seiner Ausgabe vom 15. November 1938 mit dem Medium Film. Es wird geschildert, welche geschichtlichen Epochen bereits filmisch behandelt worden sind - und welche Ereignisse noch zu verfilmen sind. Hierbei wird ein besonderer Augenmerk auf die deutsche Geschichte gelegt. Es ist schön dokumentiert, dass die notorische Geltungssucht der Deutschen auf allen Ebenen zu beobachten ist. Seit knapp 50 Jahren fühlte man sich stets als Opfer: Es wird bemängelt, dass gerade deutsche Geschichte "seltsamerweise im Film noch keine künstlerische Ausdrucksform fand".

Zugleich folgt ein Ausblick in die Zukunft. Unter damals wohl futuristisch anmutenden Bildern sieht man auch das Bild eines Luftschiffs. Darüber wird das Jahr 2087 als möglicher Start des ersten Weltraumschiffes genannt. Aus damaliger Sicht 150 Jahre in der Zukunft, also. Tatsächlich sollte es lediglich 22 Jahre dauern, bis am 12. April 1961 mit Yuri Gagarin der erste Mensch im Weltall war und die Erde umrundete. Durch den drohenden Zweiten Weltkrieg wurden Forschung und die Entwicklung der Raumfahrt forciert. Auch während des Kalten Krieges profitierte die Raumfahrt enorm. Sie wurde als Indikator für den Fortschritt der konkurrierenden ideologischen Systeme gesehen.
erschienen am 11. November 2021
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