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Luc Besson
Feuer, Wasser, Luft, Erde, Film!

Luc Bessons fünftes Element

Es heißt ja, jeder Mensch hat eine besondere Gabe und jeder ist in seinem Fach der Beste. Der Fall Luc Besson liegt etwas anders. Der französische Regisseur, Produzent, Drehbuchautor und Kameramann hat viele Fähigkeiten und Talente. Und keines davon hält er versteckt. Zum Glück für Filmfans, denn in seiner nunmehr über 30-jährigen Karriere hat er Klassiker wie "Im Rausch der Tiefe", "Nikita" und "Léon - Der Profi" hervorgebracht.

The Big Blue  - Im Rausch der Tiefe

The Big Blue - Im Rausch der Tiefe

Berufswunsch: Meeresbiologie
Luc Bessons Karriere beginnt an der Mittelmeerküste. Mit seinen Eltern, einem Wasserskilehrer und einer Tauchlehrerin, verbringt er einen großen Teil seiner Kindheit und Jugend an Küsten in Italien, Kroatien und Griechenland. Wie viele Kinder will auch er in die Fußstapfen seiner Eltern treten. Doch ein Tauchunfall im Alter von 17 Jahren verhindert eine Karriere als Meeresbiologe. Zu diesem Zeitpunkt hat er seine große Liebe schon gefunden: das Element Wasser. Nachdem er also seinen Berufswunsch aufgegeben hat, entdeckt er in Paris seine Liebe für den Film. Er erkennt, dass er mit einer Handkamera nahezu unendliche Möglichkeiten hat, Visionen und Ideen umzusetzen.

Luc Besson mit Ehefrau auf dem Filmfest von Cannes (2007)

Luc Besson mit Ehefrau auf dem Filmfest von Cannes (2007)

Von einem Element zum nächsten
Noch vor seinem Tauchunfall schreibt Luc Besson im zarten Alter von 16 Jahren ein Drehbuchentwurf zu "Im Rausch der Tiefe". 1988 realisiert er den Film mit Jean Reno in einer Hauptrolle. Es ist der erste große Erfolg des noch als Tauchlehrer arbeitenden Regisseurs. Lange Sequenzen werden unter Wasser gedreht, für alle Beteiligten enorme Strapazen, da nur die wenigsten tauchen können. Doch Besson fordert vollen Einsatz, von sich und seinem Team. Das optisch richtungsweisende Werk überzeigt Kritik wie Publikum. Das Unterwasserdrama erhält acht César-Nominierungen und viele weitere Auszeichnungen. Bringt ein solcher Erstlingserfolg vielen Filmemachern nur kurze Bekanntheit, weiß Besson den Erfolg und die Aufmerksamkeit für sich zu nutzen. Nur zwei Jahre später setzt er mit "Nikita" (1990) neue Maßstäbe des französischen Kinos. Und die Karriere geht munter weiter.

Jean Reno auf der Berlinale (2009)

Jean Reno auf der Berlinale (2009)

Die Ära Jean Reno
Mit Jean Reno verbindet Luc Besson bis heute eine enge Freundschaft. Besson ist der einzige Regisseur, der an Renos Stärke und Ausdruckskraft glaubt. Er verpasst ihm nicht nur eine Nebenrolle in "Nikita", sondern gibt ihm vier Jahre später die Hauptrolle in "Léon - Der Profi". Beide Werke zählen heute nicht nur zu den wegweisenden französischen Filmen, sondern auch zu den international erfolgreichsten. Es scheint, als habe Besson das Element Wasser aufgegeben und sein Metier gefunden. Doch 1997 setzt er noch eins drauf: Mit Bruce Willis und seiner zweiten Frau Milla Jovovich dreht er das Science-Fiction-Spektakel "Das fünfte Element", das vor allem visuell überzeugt. Einen ersten Drehbuchentwurf dazu verfasst Besson übrigens noch während seiner Zeit als Tauchlehrer im Mittelmeer.

Luc Besson am Set von "Arthur und die Minimoys"

Luc Besson am Set von "Arthur und die Minimoys"

Ende und Anfang
Luc Besson setzt als Regisseur Ende der 1980er Jahre und in den 1990er Jahren Maßstäbe. Aber schon damals fährt er mehrgleisig. Als er zu Beginn seiner Karriere erklärt, nicht mehr als zehn Filme drehen zu wollen, hat ihn wohl niemand ernst genommen, außer er sich selbst. Tatsächlich verkündet er 2006, nach der Trilogie "Arthur und die Minimoys" sei Schluss. Nach seiner Zeit als aktiver Regisseur wolle er sich vermehrt um soziale Fragen kümmern, etwa Projekte in den Pariser Banlieues organisieren, um Jugendlichen Zukunftsperspektiven zu geben. Ganz hat er vom Film nicht abgelassen. Noch während seiner aktiven Zeit schreibt er Drehbücher und tritt immer wieder als Produzent in Erscheinung. Aus seiner Feder und unter seinen Fittichen entstehen Actionkomödien wie die "Taxi"-Reihe, "Transporter" eins bis drei sowie die harten Actionfilme "96 Hours" und "From Paris with Love", jeweils mit Hollywoodstars in den Hauptrollen. Nein, Luc Besson wird es wohl nie schaffen, sich von seinem fünften Element - dem Film - loszulösen. Gut für alle jene, die sich mit Genuss ins Kino setzen und hoffen, dass in einem von Luc Besson produzierten Film auch tatsächlich ein Luc Besson drin ist. Denn bislang hat kaum ein Werk von ihm wirklich enttäuscht.
Andrea Niederfriniger, Filmreporter.de - 20. März 2010

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