Retronews: Eva Fiebigs strenges Regiment | FILMREPORTER.de
Filmreporter-RSS

RETRO News

Eva Fiebig, Darstellerin und Schauspiellehrerin
Schauspiel ist nicht für jedermann

Eva Fiebigs strenges Regiment

Wenn man als Mime reüssieren will, kann Eva Fiebig ("Heinz Rühmann - Der Hauptmann von Köpenick") weiterhelfen. Sie ist Leiterin des Schauspielseminars an den Hamburger Kammerspielen. Mit Strenge und Augenmaß sucht sie die Eleven für den Schulalltag aus. So manchen blauäugigen Anwärter musste sie schon abweisen. Viele stellen sich den Schauspielberuf zu romantisch vor. In Wirklichkeit ist es ein harter Kampf ums tägliche Brot. Umso wichtiger ist eine fundierte Ausbildung. Die Filmrevue besucht die Hamburger Darstellerschmiede für ihr Maiheft 1959 und lässt die Leiterin sowie eine ihrer Schülerinnen zu Wort kommen.
Von  Lena Pauli/Filmreporter.de, 16. März 2017

Renate Pichler ist Schauspielschülerin bei Eva Fiebig

Renate Pichler ist Schauspielschülerin bei Eva Fiebig

Schuften im Büro
Renate Pichler ist im dritten Ausbildungsjahr. Unter Eva Fiebigs antreibender Regie hat sie sämtliche Tätigkeiten, die im Theater anfallen, erledigen müssen. Sie hat souffliert, Kulissen geschoben, inspiziert, hat bei der Regie und der Beleuchtung assistiert. Dass das Schauspielerdasein auch Knochenarbeit ist, daran lässt die Schulleiterin keinen Zweifel. Deshalb hält sie eine fundierte Ausbildung für so wichtig. Talent, Kreativität sowie ein brennender Wille dürfen für den erhofften Erfolg auch nicht fehlen.

Den nötigen Willen hat auch Pichler. Diese schuftet als Bürokraft in Hamburg, um sich die Ausbildung an der Schauspielschule leisten zu können. Dort wird an einer klaren Aussprache sowie Mimik und Gestik gefeilt. Atemübungen und Wirkung auf den Zuschauer komplettieren den Stundenplan der Schülerin. Und abends, wenn andere schon ihren Feierabend genießen, sitzt Pichler noch über Textbüchern.

Eva Fiebig übt mit ihrer Schauspielklasse den Ausdruck von Angst und Entsetzen

Eva Fiebig übt mit ihrer Schauspielklasse den Ausdruck von Angst und Entsetzen

Staatlich oder privat?
In Deutschland wird an 57 Schulen Schauspiel unterrichtet. 42 davon sind staatlich anerkannte private Schauspielschulen, an 15 Ausbildungsstätten erhalten die Schüler staatlichen Schauspielunterricht. In beiden Fällen muss zur Zulassung meist ein mehrteiliger Aufnahmetest absolviert werden. Dabei stehen den wenigen Ausbildungsplätzen nicht selten viele tausend Bewerber gegenüber.

Die Kosten für das Schauspielstudium sind unterschiedlich hoch. Bei öffentlichen Schulen liegen sie zwischen 100 und 500 Euro pro Semester. Die privaten Akademien, die sich hauptsächlich aus den Schulgebühren finanzieren, nehmen bis zu 6.000 Euro pro Jahr. Dass eine akademische Schauspielausbildung nicht unbedingt vonnöten ist, um erfolgreicher Darsteller zu werden, beweist beispielsweise der Werdegang von Max Riemelt ("Im Angesicht des Verbrechens"). Der talentierte Mime hat sich das Schauspielen selbst beigebracht.
Lena Pauli/Filmreporter.de - 16. März 2017
Newsübersicht: KinoFestivalDVDStarsKurznewsRetroNews

Zum Thema

Porträt zu Max Riemelt

Max Riemelt

Darsteller
Max Riemelt wird 1984 in Berlin geboren. Schon mit 11 Jahren spielt er in der Kindertheatergruppe seiner Schule. Sein Filmdebüt feiert er 1997 in... weiter

Porträt zu Eva Fiebig

Eva Fiebig

Darstellerin
weiter

Porträt zu Renate Pichler

Renate Pichler

Darstellerin
Um die Ausbildung an der Schauspielschule in Hamburg bezahlen zu können, arbeitet Renate Pichler als Bürokraft. Ihr Schauspielhandwerk lernt sie... weiter
Gregory Peck spielt Francis Scott Fitzgerald in "Die Krone des Lebens"

Weitere Retronews: Schriftsteller Gregory Peck

Gregory Peck übernimmt in Henry Kings "Die Krone des Lebens" die Rolle des berühmten... weiter
Regisseur Friedrich Ermler in Neue Filmwoche, 1947.

Zu Ehren Friedrich Ermlers

Friedrich Ermler gehört zu den größten Regisseuren der UdSSR. Seit "Die Begegnung"... weiter
Liselotte Köster

Mit Tellerrock und Tütü

Liselotte Köster muss sich nicht in Form bringen, wenn sie für einen Spielfilm... weiter
© 2017 Filmreporter.de