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Bernd Eichinger
Workaholic mit Herz

Bernd Eichinger: Filmproduzent von Welt

Bernd Eichinger ist der kommerziell erfolgreichste deutsche Filmproduzent. Mit internationalen Produktionen wie "Der Name der Rose" und "Das Geisterhaus" macht er sich früh einen Namen. Er ist extrem ehrgeizig, ein Workaholic, der so intensiv feiert, wie er arbeitet. Er polarisiert die Medienbranche auch deshalb, weil er Kino für die breite Masse macht. Filme wie "Der Untergang - Hitler und das Ende des 3. Reichs", "Das Parfum - Die Geschichte eines Mörders" und "Der Baader Meinhof Komplex" sind sein Vermächtnis.
Von  Tatjana Niezel, Filmreporter.de, 28. Januar 2011

Christiane F. - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo - Edition Deutscher Film

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Anfänge im Autorenkino
1969 wird er mit seinem Erstlingsfilm "Die Sonne schien, da sie keine andere Wahl hatte, auf nichts Neues..." an der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film aufgenommen. Hierin verarbeitet er die Erlebnisse seiner Internatszeit. Das Leben der Jugendlichen im Film wird von einer Glocke bestimmt, die den kompletten Tagesablauf regelt. Am Ende tötet einer der Schüler den Glöckner. Ein Jahr nach dem Studienabschluss im Regiefach gründet er 1974 seine Produktionsfirma Solaris Film und produziert frühe Werke von Wim Wenders, Edgar Reitz, Alexander Kluge und Wolfgang Petersen. Eichinger will mehr. Er will mit Filmen Geld machen und nicht nur das kleine Publikum des Neuen Deutschen Films erreichen.

1979 kauft 25 Prozent der in die Krise geschlitterten Verleihfirma Constantin. Da ist er gerade 29 Jahre alt. Er benennt sie ihn Neue Constantin um und gibt ihr später als geschäftsführender Gesellschaft eine völlig neue Richtung. Sein erster großer Erfolg als Produzent ist 1981 "Christiane F. - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo". Bei Produktionskosten von damals sechs Millionen Mark spielte das Drama um eine drogensüchtige Jugendliche 36 Millionen Mark in die Kinokassen. Bernd Eichinger hat bewiesen, dass er das richtige Gespür für Stoffe hat, die die Welt sehen will und dies auch noch mit einem schwierigen Thema.

Bernd Eichinger

Bernd Eichinger

Erfolg mit Literaturverfilmungen
Literaturverfilmungen werden ihn auch auf seinen weiteren Weg begleiten. Erfolgreiche Bestseller wie "Das Geisterhaus", "Der Name der Rose", "Fräulein Smillas Gespür für Schnee" oder "Das Parfum - Die Geschichte eines Mörders", an denen er sich die Rechte sichert, werden von dem Produzenten für das Kino adaptiert. Für zu seiner Zeit unglaublichen 60 Millionen Mark produziert er 1984 Michael Endes "Die unendliche Geschichte". Der kommerzielle Erfolg bringt ihn auf das internationale Spielfeld. Mit "Der Name der Rose" und "Das Geisterhaus" festigt er seine Position. Oft wird aus den literarischen Stoffen opulentes Erzählkino, das ein breites Publikum begeistert. Selten liegt er mit seinem Gespür völlig daneben.

Reichlich Geld in die Kassen von Constantin, wo er inzwischen den Vorstandsposten besetzt, spült er in den 1990er Jahren mit Beziehungskomödien wie "Der bewegte Mann", "Hera Linds Das Superweib" oder mit der Comic-Realfilmmelange "Werner - Beinhart!". Das ist Kino für die Massen. Von vielen kritisiert, bringt er damit Schwung in die deutsche Filmlandschaft. Bernd Eichinger will eben alle bedienen, egal ob jung oder alt. Ende der 1990er Jahre weitet er den Radius der Constantin auch auf die USA aus. In Hollywood produziert er Kassenschlager wie die "Resident Evil"-Reihe.

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